Ein Oppositioneller durch und durch
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Am 12. Mai 2026 veröffentlichte der Landtag Brandenburg einen Bericht der Kommission zur Überprüfung der Abgeordneten. Es ging dabei auch um meine unterstellte aktive Arbeit bei der Staatssicherheit der DDR. Es wurde klar belegt, dass diese nie bestand, wie von einer Schmierenkampagne gegen mich in den Medien behauptet. Ich war als junger Oppositioneller selbst im Visier der Stasi, flüchtete über die Berliner Mauer und wurde mit einem Haftbefehl verfolgt.
Meine Geschichte möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
Als 18-jähriger im Visier der Stasi

Stasi-Bericht, 17.10.1977
Ich bin in der DDR aufgewachsen. Nach einer glücklichen Kindheit bemerkte ich als heranwachsender Jugendlicher immer mehr, dass die versprochene „Diktatur des Proletariats“ in Wirklichkeit die Diktatur einer kleinen, privilegierten Kaste über das eigene Volk war. Die Mauer war nicht nur ein Bauwerk aus Beton und Stacheldraht – sie war das sichtbare Symbol einer Ideologie, die den Menschen die Freiheit raubte.
Mein Zuhause war der Ost-Berliner Stadtteil Friedrichshain. Ich hatte lange Haare, trug nicht-konforme Kleidung und legte illegal Schallplatten im Jugendclub auf. Ich lernte Andersdenkende kennen und verbrachte viel Zeit in ihren Kreisen. So wurde die Stasi im Sommer 1977 auf mich aufmerksam und nahm eine „operative Bearbeitung“ meiner Person auf, die nichts anderes war als eine permanente Überwachung meines Tagesablaufes.
Ob ich mich in der HOG „Jägerklause“ oder auf dem Baumblütenfest in Werder aufhielt, auf dem Weg zu meiner Ausbildungsstätte war, oder mich mit einem Freund auf offener Straße unterhielt: Überall wurde ich von den wachen Augen der Stasi-Mitarbeiter gesehen und heimlich verfolgt. Alles wurde säuberlich mit Uhrzeit in Protokollen verfasst. Die fanatische Beschattung und Beobachtung meines jungen Lebens offenbarten die Gewalt des Staates. Ich passte nicht ins sozialistische Bild.

Aus Protokoll der VPI Friedrichshain, 02.03.1978
Während eines Urlaubs mit Freunden in der damaligen Tschechoslowakei im August 1977, wurde ich mit dem Verdacht eines geplanten Grenzübertrittes in die BRD in Kdyně von tschechischen „Grenzsicherungsorganen“ festgehalten und aus der ČSSR ausgewiesen. Sofort bekam dies die Staatssicherheit der DDR auf den Tisch, was mich noch mehr in ihren Fokus rückte

Aus dem Vorschlag zur Werbung, KD Friedrichshain, 20.05.1979
Verhöre und übergriffige Hausdurchsuchungen sollten für mich fortan zum bitteren Alltag gehören, ebenso ein PM 12 Ausweis, der mich weiter einschränken sollte.

Protokoll zur „Wohnungsbesichtigung“, 21.10.1977
Im Mai 1979 versuchten mich dann die Mitarbeiter des MfS anzuwerben, in meiner oppositionellen Gruppe zu ermitteln. Ich täuschte Interesse vor. Nicht weil ich je daran dachte, für sie zu arbeiten. Sondern weil es die einzige Möglichkeit war, meine wahre Absicht zu verschleiern: die Flucht.
Kurze Zeit später erlebte ich mit Begeisterung die erste Bluesmesse in der Berliner Samariterkirche im Juni 1979. Aufbruchsstimmung. Endlich wurde die öffentliche Kritik am System immer lebendiger, mit großem Zulauf, ein entscheidender Wegweiser für die Friedliche Revolution 1989.
Vereinbarte Treffen mit Mitarbeitern des MfS sagte ich hingegen ab oder ging nicht hin, sodass ich von der Staatssicherheit als unzuverlässig und unehrlich abgestem-pelt wurde.
Der Kontakt zur Stasi diente ausschließlich meiner Tarnung. Ich ließ sie glauben, ich sei schwankend, vielleicht sogar bereit zur Zusammenarbeit. Das gab mir Zeit und etwas Luft. Gleichzeitig bereitete ich mit einem guten Freund die Flucht monatelang vor. Wir kundschafteten jeden möglichen Schwachpunkt der Grenzanlagen aus und bemerkten schließlich, dass der Grenzturm an der Leipziger Straße nicht besetzt war.

Beschluss des MfS, 25.07.1979

Vermerk KD-Friedrichshain, 02.09.1980
So war es auch an jenem Morgen des 7. September 1980. Nach unserem Plan könnten wir somit die erste Mauer unbeobachtet überwinden. Mit Leiter und Axt bestückt, legten wir los. Ich ging voran, doch unsere selbst verlängerte Leiter gab leider nach, sodass ich komplett in den Signalzaun krachte. Durch diesen Kontakt wurde ein lauter Alarm ausgelöst. Etwa 20 Meter vor West-Berliner Seite wurden wir entdeckt. Kurz vor der letzten Mauer fiel wohl ein Schuss. Wir sprangen hinunter, wobei ich mir schmerzhaft meinen Fuß brach. Wir hatten Glück. Gelangen über die Sicherungsmauern, durch Stacheldraht und Panzersperren, durch den Todesstreifen, in den Westen. In die Freiheit. Zwei Tage später erließ das MfS einen Haftbefehl gegen mich.

BILD-Artikel „Ein Schuss und der Sprung in die Freiheit“ vom 02.05.2017

Bilddokumente der Stasi zum geglückten „Grenzdurchbruch“

Haftbefehl des Stadtbezirksgerichts Berlin-Mitte, 09.09.1980
Denn auch nach meiner Flucht ließ die Stasi keine Ruhe. Es wurde versucht sämtliche Verbindungspersonen von mir in Ost-Berlin ausfindig zu machen und unter Druck zu setzen. Von West-Berlin aus gelang es mir in den nächsten Jahren die Flucht weiterer Personen aus Ost-Berlin in den Westen zu organisieren. Dies wurde vom MfS als „Menschenhandel“ und „Schädigung der DDR“ deklariert.

Verfügung des MfS, 18.06.1982
Viele Jahre später, nach der Wiedervereinigung, habe ich zusehen müssen, wie die alten Seilschaften sich neuformierten. Wie ehemalige Stasi-Mitarbeiter und SED-Funktionäre in Politik (heute die Linke), Medien und Wirtschaft unterkamen. Wie die gleichen Denkmuster – nur in neuem Gewand – wieder Einzug hielten: Bevormundung statt Freiheit, Überwachung statt Vertrauen, Ideologie statt Wahrheit. Ich habe erlebt, wie kritische Stimmen wieder mundtot gemacht werden sollten, diesmal nicht mit der Stasi, sondern mit Medienkampagnen, Einschüchterungen, Berufsverboten und „Demokratiepflege“.
Deshalb stehe ich heute als Abgeordneter der AfD im Parlament. Nicht aus Nostalgie oder Rache, sondern aus tiefer Überzeugung. Ich kenne die Diktatur aus eigener Anschauung. Ich weiß, wie schnell Freiheit verloren gehen kann, wenn man sie nicht täglich verteidigt.
Die AfD ist für mich die konsequente Fortsetzung meines Widerstands von damals. Ich kämpfe für Rechtsstaatlichkeit statt Gesinnungsjustiz, für Meinungsfreiheit statt Zensur, für die Souveränität des deutschen Volkes statt Unterwerfung unter Brüsseler oder globaler Vorgaben. Ich kämpfe dafür, dass nie wieder eine Mauer – ob aus Beton oder aus Worten und Verboten – unser Land und unsere Kinder einsperrt.
Wer die DDR erlebt hat, der weiß: Freiheit ist kein Geschenk. Sie ist ein kostbares Gut, das man erkämpfen und bewahren muss. Genau das tue ich heute – mit derselben Entschlossenheit wie damals, als ich über die Mauer flüchtete. Diesmal nicht für mich allein, sondern für meine Kinder, Enkel und für alle, die in einem freien, selbstbestimmten Deutschland leben wollen.
Euer Roman Kuffert
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